1000km von Lüsse

14 06 2016

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, aber es gibt mal wieder einen Flug bei dem ein Bericht lohnt.

Nachdem bereits die ganze Woche von TopMeteo gute Bedingungen für den Norden, vor allem den Nordosten, vorhergesagt wurden ist die Aufregung wie immer bei allen sehr groß.

Der erste Plan ist mit den Clubies von Hoepen aus groß zu fliegen, aber die Vorhersage verschiebt mit jeder Rechnung die Grenze des Cirrenaufzuges von Südwesten weiter in das gute Gebiet hinein. Meinem Vater entgehen die PFD Werte natürlich auch nicht und so klingelt am Donnerstag mein Handy. Wir entscheiden die Rechnung vom Freitag Mittag abzuwarten und dann zu entscheiden, ob und wohin wir fahren wollen. Nach ewigem Hin und Her und mehreren Telefonaten mit Bernd und Michael entscheiden wir uns dazu nach Lüsse zu fahren, da es gut zur A2 und A9 liegt und im guten Wetter sein soll.

Wir treffen uns freitags um 23:00 Uhr in Lüsse und gehen eigentlich sofort schlafen, damit wir am nächsten Morgen fit sind. Um 7:15 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem Blick aus dem Fenster stellt sich Ernüchterung (7/8 Bedeckung in Lüsse) ein und ich drehe mich erst nochmal um. Um 8:15 Uhr fangen wir an den Arcus aufzurüsten, was wie immer eingespielt ca 30-40min dauert bis alles erledigt und eingeräumt ist.

Das Wetter reißt etwas auf, jedoch sind die Cirren schon morgens weit fortgeschritten und schirmen in Richtung Süden alles ab. Wir entschließen uns, dass wir keine Eile haben und checken in aller Ruhe die Luftraumsituation in Polen. Als Bernd dann über Lüsse rattelt machen wir uns auch auf den Weg zum Flieger.

Am Boden beraten wir uns noch mit Carsten Lindemann in welche Richtung man wohl los fliegen solle, denn es Cumuliert unter der Abschirmung auf dem Fläming ab etwa dem Alten Lager, sowie in Richtung Nordwesten in der uneingeschränkten Einstrahlung. Wir entscheiden uns den Blick aus der Luft abzuwarten und starten um 9:49 Uhr. Während des Motorlaufs hängt sich leider mein LX9000 auf und ich muss die Sicherung ziehen, um es neu zu starten. Danach funktioniert es auch eher schlecht als recht, aber immerhin habe ich wieder eine Moving Map, jedoch keine Optimierung mehr. Also ist klar: Wir müssen im Kopf mit rechnen. Ich lache und denke an Wilfried und wie er immer mit Stift und Papier optimiert… Das könnte ich jetzt gut gebrauchen.

Über Funk erfahren wir von Michael und Bernd, dass sie nach Osten auf den Fläming losgeflogen sind und sehen uns in unserer Ansicht während des Starts bestätigt. Der Plan ist zuerst nach Pila in Polen zu fliegen.

Der Abflug erfolgt um ziemlich genau 10:00 in Richtung Südost in Richtung Altes Lager unter die ersten Cumuli. Für die Uhrzeit läuft es sehr ordentlich, so dass wir unsere Höhe immer über 750m halten können und relativ wenig kurbeln müssen. Kurz vor der Cargolifter Halle ist dann volle Einstrahlung vorhanden, wir setzen unseren Flugweg jedoch weiter an der Schattenkante fort, da dort die Optik noch am Besten ist. Direkt nach Pila ist der Bewölkungsgrad noch zu gering.

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Optik um 10:40 Uhr. Gut zu erkennen: Rechts Cirren, Links frei

Nördlich von Cottbus biegen wir um 11:14 Uhr dann leicht links mit Kurs auf Pila ab. Es geht südlich an Eisenhüttenstadt vorbei, über die Grenze nach Polen. Es läuft bei phantastischer Optik ebenso gut wie es aussieht.

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Perfekte Optik nach Polen hinein.

Wir passieren Pila südlich und verlängern bis an die Kante des Luftraumes von Bydgoszcz. Dort kurbeln wir einen etwas schlechteren Bart, weshalb wir entschließen hier umzudrehen, um den nächsten Schenkel nach Neustadt-Glewe zu legen. Also wenden wir um 13:10 Uhr mit errechneten 350km (354km) (Durch die wenigen Umwegen war es noch leicht zu optimieren).

Dann habe ich mich leider von der Optik verleiten lassen, immer an der Grenze des Waldgebietes und des Flusses zu fliegen, wobei Bernd und Micheal über den Wäldern deutlich schneller waren. Wir kommen trotzdem super vorwärts und biegen nach knapp 130km rechts weg, über die Waldgebiete, zur deutschen Grenze.

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Hammerwetter! Links unten ist das feuchtere Gebiet zu sehen.

Es läuft weiterhin sehr gut und wir können auch endlich mal einen 5er ziehen, von denen Michael schon so oft berichtet hat. Wir geben richtig Stoff, um Zeit aufzuholen und fliegen um 15:00 Uhr wieder nach Deutschland ein.

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Auf dem Weg zur Grenze.

Ab der Oderquerung haben wir große Probleme vernünftige Bärte zu finden. Nach mehreren Bärten unter 2m/s, mit ziemlich viel rumprobiere zwischendurch, treffe ich kurz vor der Müritz endlich wieder auf sattes Steigen bis an die Basis. In dieser Phase haben wir auch die meiste Zeit verloren, was sich in dem deutlich langsameren Schnitt im Gegensatz zu Bernd und Michael zeigt. Die Müritz hatte durch den Nordwind einen deutlichen Seewind Einfluss direkt südlich des Sees, weshalb wir im Bogen nördlich an wünderschönen Wolken vorbei an der Müritz weiter in Richtung Nordwesten unterwegs sind. Da die Kursablage von hier nach Neustadt-Glewe zu groß ist, programmieren wir Pinnow bei Schwerin in unseren Rechner (Wir wollten nicht irgendwo im Nirgendwo wenden, da die Optimierung dann schwierig geworden wäre). In Pinnow angekommen überlegen wir, während wir neue Höhe tanken, wie es weiter gehen soll… Die Optik nach Westen war noch gut und auch Bernd und Michael hatten einen Wendepunkt kurz hinter Neu Guelze ausgesucht. Wir holen ein wenig nach Süden aus, um dem Seewind Einfluss des Meeres zu entgehen und setzen den Schenkel auch nach Neu Guelze fort. Direkt über dem Flugplatz ziehen wir einen 2 Meter Bart, in den Michael unten einsteigt, und wenden. Wir meinen nun um 17:13 Uhr 780km zu haben (Es waren 800).

Ca. 180km nach Lüsse… Reicht also noch nicht ganz für die 1000. Ich drehe Reinsdorf ein… Damit müsste es passen. Zurück kommen wir ja mit Motor.

Da die Zeit nun absolut auf unserer Seite ist, fliegen wir deutlich verhaltener vor und versuchen immer ganz Oben zu bleiben, um unter keinen Umständen den Anschluss zu verlieren. Michael ist die ganze Zeit dabei und steigt von Bart zu Bart näher an uns heran. Schließlich übernimmt er die Führung, was ich dankend annehme. Er plant den Rückflug sehr konsequent und weiß auch genau, wo die Elbe am Besten zu queren ist, was sich nicht ganz mit meinem Plan deckt möglichst Kurs zu fliegen. Aber die Frage wer das Sagen hat stellt sich nicht… Also folgen wir ihm über die Elbe ins freie EDR bei Stölln, in dem wir nochmal, bei deutlich schlechterer Thermik, bis ganz an die Basis kurbeln. Ab jetzt ist endgültig der Abendmodus an und es geht vorsichtig weiter in Richtung Süden. Wir tanken noch ein paar mal Höhe und sind eigentlich auch ruck zuck in Lüsse, wo der Bedeckungsgrad mit alten inaktiven Wolken sehr hoch ist. Also schnell das Dreieck schließen und weiter nach Reinsdorf, auf das wir noch Minus hatten. Kurz hinter Lüsse steigen wir nochmal in 0,7-0,9 m/s auf 1300 Meter. Hier hat Micheal uns nun 300m abgenommen und steigt mit seiner mittlerweile um viel Wasser erleichterten ASW22 weiter. Wir haben +250 auf Reinsdorf und trauen uns langsam weiter, als der Bart entgültig seinen Dienst einstellt. Kurz darauf stolpern wir aber nochmal über einer Waldlichtung in 1,5 m/s! Die Restwärme aus den Wäldern machts möglich… Dadurch, dass der letzte Schenkel zurück nach Lüsse auch noch Strecke bringen wird, entscheiden wir uns bei +400 auf Lüsse zu wenden und treten nun endgültig den Endanflug an.

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Endanflug und kaum noch Sonne am Boden.

Nach der Landung um 20:00 Uhr meinen wir ca 1030km geflogen zu haben. Am Ende waren es dann 24 km mehr 🙂

Die größe des FAI Dreiecks hat mich sehr gewundert, da ich vom Bauchgefühl her dachte es sei zu flach. 1000 FAI wären, wie man sieht, gegangen. Die Vergrößerung wäre aber nur über eine Wende noch tiefer in Polen möglich gewesen und gerade dort war mir die Luftraumsituation zu undurchsichtig. Im Nachhinein ist man immer schlauer… Aber ich habe wie gesagt sowieso nicht damit gerechnet, dass es ein FAI Dreieck ist.

Hier nochmal die Vorhersage und der Flugweg im Vergleich:

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=5119833

Schlußendlich bleibt nur zu sagen: Danke Papa für die Überzeugungsarbeit am Freitag. Ebenso an Bernd und Michael für die wertvollen Tipps während dem Flug! Natürlich auch an die Leute aus Lüsse, die uns super unproblematisch aufgenommen haben.

Schlußendlich noch ein großes Dankeschön an alle Gratulanten! 🙂

 

 

 

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1000km von Neustadt-Glewe

19 06 2014

So… Lange hatte ich nichts zu berichten, doch nachdem die Saison schon wieder ziemlich fortgeschritten ist habe auch ich wieder ein paar schöne Flüge gemacht.

Die Pfingstfeiertage verbrachte ich in Kammermark, wo die Akaflieg Berlin ihr Treffen für die Alten Herren ausgerichtet hatte und mein Vater also auch dort war.  Nach ein paar Tagen extremer Warmluftsuppe hatte mich dann Bremen wieder – es sollte nicht so lange sein. Beim Blick ins Wetter stach mir der Sonntag ins Auge. Mein Vater hatte selbst leider keine Zeit, aber bot mir den Arcus für den Tag an und ich zögerte natürlich nicht lange! Mit Tobi hatte ich sofort auch einen mehr als kompetenten Co 😉 Nach einigem Überlegen entschieden wir uns von Neustadt-Glewe zu fliegen.

5:30 Uhr: Der Wecker klingelt und mein einziger Gedanke ist: Segelflieger sind total krank! Also stehe ich auf und sitze schon um 6:15 Uhr im Auto, da ich Abends alles vorbereitet hatte. Der Blick auf die Vorhersagekarte (die immer schlechter wurde) versprach eigentlich nichts gutes! Ausbreitungen und 300-400km für das Gebiet…  Aber wir wollen uns nicht beirren lassen!

Gegen 8:50 kommen wir zusammen in Neustadt-Glewe an und stecken sofort den Arcus zusammen. Die ersten Cumuli stehen schon und die Vorhersage mit Ausbreitungstendenz scheint wohl zu stimmen…

09:45 erfolgt der Start, der wie wir merken müssen zu spät war. Unser Plan ist es zuerst nach Osten bis Polen zu fliegen, da es dort als erstes Ausbreitungen geben soll, um anschließend eine Wende in die Heide zu legen und in Richtung Magdeburg ein FAI aufzuspannen. Gesagt – getan.

Es läuft von Anfang an prima! Die Steigwerte sind satt und wir können von morgens an einen knapp 110er Schnitt fliegen.

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Optik um ca 10:30 Uhr!

Nachdem wir ein kleines Stück nach Polen geflogen sind entschließen wir uns zum Umkehren und folgen der gleichen Linie über die Seenplatte zurück in Richtung Westen. Kurz hinter dem Bombodrom dann die erste Phase in der wir Probleme haben anständiges Steigen zu finden, aber ein bisschen gebastel bringt uns schnell über die Elbe in die Heide, die sich prächtig präsentiert!

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Um den Schenkel so lang wie möglich zu machen stechen wir unter den Deckel von Hamburg und fliegen dort noch ein kleines Stück. Nach dem Abdrehen in die grobe Richtung Magdeburg haben wir große Probleme wieder Anschluss an die mittlerweile auf knapp 1700m gestiegene Basis zu finden. Viele Suchkreise und Versuche später treffen wir im EDR Fassberg endlich wieder einen guten Bart und können es endlich wieder laufen lassen. Da leider das EDR Gardelegen aktiv ist (Sonntags!) müssen wir uns überlegen wie wir unseren Weiterflug planen sollen und holen etwas südlich aus – was ein Verlassen der idealen Linie darstellt  und sich doch etwas im Schnitt niederschlägt. Kurz vor Madgeburg steigen wir nochmal ganz rauf und folgen einer dicken Wolkenwurst bis direkt über den Stadtkern ehe wir wieder genau 180° kehrt machen.

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Dieser Schenkel, der uns nach Hoepen führt, läuft mit Abstand am besten! Aufgrund des Gegenwinden sinkt  unser Schnitt jedoch trotzdem minimal. Die Basis hat mittlerweile 2000m NN erreicht und macht das fliegen zu einem reinen Genuss! Nun ging aber das Rechnen los… 16:30 und 750km… 1000 sollten drin sein! Hoepen- Neustadt-Glewe müssten 970km sein – also noch 30km drüber raus und nach Möglichkeit auch wieder Heim ohne den Motor zu schmeißen. Zügig geht es dann bis Fassberg, wo die Wolkenabstände größer werden und wir erstmal wieder Höhe tanken. Der Weg nach Hoepen ist aber wieder unproblematisch und wir verlängern noch darüber hinaus bevor wir wenden.

Die Heide sieht immernoch Klasse aus und die Elbe ist schnell erreicht. Der Anblick dannach stimmt uns aber nicht sehr zuversichtlich! Sehr wenige und vorallem fransige Wolken vorraus versprechen  kein gutes Steigen mehr und erfordern das Umschalten in den Abendthermik-Modus. Wie froh war ich, dass ich nicht im Cirrus saß und nicht tief kam! Die gute Thermik ist prompt vorbei  und wir fliegen sehr vorsichtig, um nicht unnötig tief zu kommen. Jetzt alles mitnehmen was noch geht, denn Zeit haben wir genügend! Um 18:40 Uhr fliegen wir knapp südlich Neustadt-Glewe vorbei, schließen das Dreieck und verlängern den Schenkel in Richtung Osten. An einer breitgelaufenen Wolke ist nochmal ein knapper Meter drin. Jetzt ist es klar: 1000 werden klappen!

Im nächsten Vorflug dann ein herrlicher Moment! Ich freue mich wie ein kleines Kind als die Optimierung umspringt!

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Diesen Moment werde ich wohl nichtmehr vergessen! Einfach herrlich!!!

Wir glitten allerdings noch bis Kammermark, wo wir über 20 Minuten lang 0,3-0,7 auslutschen und endlich sicheren Endanflug haben.

Dieser erfolgt  50km lang durch komplett tote Luft. Den Tag haben  wir eindeutig gut ausgereizt.

Um kurz nach 20 Uhr setzenwir üb erglücklich wieder auf und machen uns daran alles zu verpacken. Immerhin haben wir noch eine nicht ganz kurze Fahrt vor uns. Morgen ist ja Uni 😉

Es ist 1:30 Nachts als in wieder in Bremen ankomme. Ein wunderschöner, anstrengender und vor allem langer Tag geht zu Ende…

Hier nochmal die PFD Karten und der Flugweg:

Kombi

Realisiert habe ich die 1000km eigentlich erst am nächsten Tag, an dem sie direkt von meinen beiden guten Freunden und Vereinskameraden Robert und Mario in den Schatten gestellt wurden! Glückwunsch nochmal!





Bitterwasser

27 03 2014

Nun endlich bin ich mal dazu gekommen etwas zu schreiben.

Eine andere Version hiervon wurde auch im Aerokurier abgedruckt.

Mit der OLC Junior Challenge nach Bitterwasser
Diesen Winter hatte ich dank der von Wilfried Großkinsky und dem OLC ausgerichteten „Junior Challenge“ den einzigartigen Preis gewonnen, mit Wilfried selbst nach Bitterwasser, in Namibia zu reisen. Die Anreise und alles drum herum wurde von Wilfried, sowie die Unter-bringung von Rudi Baucke gesponsert.
Die Bitterwasser Flying Lodge ist durch das Team um Dieter Schwenk bestens organisiert. Das Briefing, der Flugbetrieb, sowie der technische Service werden äußerst professionell durchgeführt. Die Salzpfanne selbst, auf der zum Großteil der Flugbetrieb abläuft, bietet beste Möglichkeiten für Starts und Landungen bei jeglichen Wind-richtungen. Ungewohnt und neu war für mich die Startreihenfolge, da nicht wie sonst die Flugzeuge hintereinander, sondern nebeneinander positioniert wurden. Dies bringt den großen Vorteil, dass sich jeder in seiner Flugplanung den Startzeitpunkt perfekt zurecht legen kann.
Da ich mich bisher mit Namibia nur im OLC auseinander gesetzt hatte, musste ich doch feststellen, dass man durch das bloße ansehen der Flugwege einen falschen Eindruck über die örtliche Fliegerei dort bekommt. Die rar gesäten Landemöglichkeiten sowie das ansonsten völlig unwirtliche Land machen das sichere Fliegen zu einer Herausforderung. Wilfried war durch seine Ortskenntnis aus etlichen Flügen dort bestens geeignet mir die wichtigen Aspekte zu vermitteln.
Nach unserer Anreise hatten wir mit ungewöhnlich feuchten Böden und niedriger Wolkenbasis zu kämpfen. Durch die vielen Regenfälle in den Tagen zuvor, standen außerdem einige Pfannen unter Wasser, die normalerweise gute Außenlandemöglichkeiten bieten.
Ein Umstand, der sich aber nach 3 Tagen umstellen sollte. Die darauf folgenden Tage waren laut Wilfried selbst für namibische Verhältnisse sehr gut. Das Wetter in Namibia ist aber in jeglicher Hinsicht extrem. Eine hohe Wolkenbasis und nahezu perfekte Thermik stehen riesigen Abwindfeldern, Schauerlinien, sowie Gewittern gegenüber. Diese Bedingungen richtig einzuschätzen, ist selbst für erfahrene Piloten eine der schwierigsten Aufgaben.
Diese Flüge waren für mich per-sönlich etwas ganz besonderes, da es meine ersten Flüge über 1000 Kilometer waren. Wer solch große Flüge machen möchte, muss sich natürlich auch unter solchen Bedingun-gen anstrengen. Ein möglichst früher Start entscheidet hierbei maßgeblich über die Größe des Fluges und findet fast immer vor einsetzten der Wolkenentwicklung statt. Die morgendliche Fliegerei bei noch niedriger Wolkenbasis empfand ich am anspruchsvollsten, da man in der Kalahari kaum herkömmliche Auslösepunkte anfliegen kann und zusätzlich für eine eventuelle Außenlandung immer ein Auge auf eine der Salzpfannen werfen muss. In diesem Abschnitt des Fluges ist daher die Durchschnittsgeschwindigkeit noch nicht besonders hoch. Wilfried sagte mir immer wieder: „Die Kilometer werden in der zweiten Tageshälfte geflogen“. Er sollte Recht behalten.

750 km in 4:35 Stunden: Ein unglaublicher Ritt

Der erste große Flug führte uns nach Westen an die Abbruch-kante zur deutlich tiefer gelegenen Namib Wüste. Der atemberaubende Blick auf die Mondlandschaft ist schon alleine ein überwältigender Anblick. Der Grund für eine derart hohe Schnittgeschwindigkeit liegt aber an der hier vorzufindenden Konvergenzlinie, die durch die verschiedenen Luftmassen der Namib und der Kalahari zustande kommt. Diese bis zu 400km lange Aufwindlinie mit sehr ho-her Basis bietet für schnelle Flüge wohl mit die besten Möglichkeiten der Welt. Wilfried lies mich sehr viel fliegen, da er wusste dass ich mich darauf am meisten gefreut hatte, und ging in seiner Rolle als Lehrer und Mentor sichtlich auf. Mit Tipps und Tricks stand Wilfried mir die komplette Zeit unserer Flüge zur Seite.
Bei einem Schnitt von über 160 km/h geraten die Vorstellungen, die man aus unseren heimischen Fluggebieten kennt schnell aus den Fugen. Durch den Einfluss der Höhe, der die Geschwindigkeit über Grund erheblich ansteigen lässt sowie den sehr geringen Kurbelanteilen unter den Aufreihungen verschätzt man sich anfangs doch sehr schnell, wie die Schnittgeschwindigkeit ins scheinbar unermessliche ansteigt.
Erst diese hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglichen am Ende des Tages dann Flüge von 1200km und mehr, denn man muss bedenken, dass man in Namibia nur ca. 9 Stunden Flugzeit hat.

Wir wollten uns damit aber noch nicht zufrieden geben, und auch Dreiecksflüge über 1000 Kilometer nach FAI Regeln angehen. Wilfried, den man sicherlich als Experten für Flüge über 1000 Kilometer bezeichnen kann, gab sich sehr optimistisch.
Dreiecksflüge im allgemeinen haben für mich immer den Reiz möglichst viele Fluggebiete und dementsprechend fliegerisch gleichermaßen wie landschaftlich viel Abwechslung zu haben. In Namibia bedeutet dies, das Fliegen über die langgezogenen tiefroten Dünen der Kalahari und dem Höhenzug im Westen, der schließlich in die Namib abbricht, miteinander zu verbinden und die Schönheit der kompletten namibischen Landschaft zu genießen. Der Endanflug führt schließlich wieder zurück nach Bitterwasser, inmitten der Kalahari, wobei abends die Dünen lange Schatten werfen. Die Landung erfolgt pünktlich zu Sunset und ist ein Anblick den man nicht so schnell vergisst. Diese Flüge sind zusätzlich mit Wetterphänomenen gespickt, die in Deutschland die Ausnahme sind.
Angefangen bei all den tollen Flügen mit Wilfried bis hin zu den vielen Leuten, die ich kennen lernen durfte, war es ein unvergessliches Erlebnis und die absolute Erfüllung für jeden Segelflieger.

Ich kann nur allen Junioren raten: Nicht nur zentrale Wettbe-werbe und die DMST haben ihren Reiz! Die Klassenübergreifende Juniorenwertung der Junior Challenge ist einzigartig und mit unschlagbaren Preisen versehen. Preise für die es sich lohnt sich ins Zeug zu legen, da sie es vermögen sich seine eigenen Träume zu erfüllen.
Mein Dank gilt allen die diese Reise möglich gemacht haben. Ganz besonders Wilfried als Initiator des Wettbewerbes und Mentor, sowie Rudi Baucke, der einen für ihn völlig unbekannten Junior unglaublich unterstützt hat.





Die ersten Tage

26 12 2013

Hallo aus Bitterwasser!

Das Wetter is zZ leider nicht optimal und es ist viel zu feucht für die Gegend hier. Das is auch zum Außenlanden nicht das beste, da einige Pfannen unter Wasser stehen.

Trotzdem kann man hier schöne Strecken fliegen! Heute waren es schon 970km und es hat einfach der letzte Bart gefehlt um ein bisschen Speed am Abend zu machen. Für morgen sieht es aber besser aus 😉 Das hoffe ich zumindest.

Der Flieger ist nach 2 Tagen üben nun richtig schön. Anfangs hatte ich einige Probleme die Bärte zu fühlen und sauber zu kurbeln. Wilfried war mir hier eine enorme Hilfe!Auch lässt er mich weit über 50% der Flugzeit fliegen, was ich natürlich super finde!

Die Lodge selbst ist der absolute Hammer! Alles ist bestens organisiert und total entspannt.

Mehr gibts es bisher eigentlich nicht zu erzählen.

Leider ist das Internet nicht das schnellste und das Picasaalbum muss noch ein wenig warten. Ich filme und fotographiere aber ganz fleißig 😉





Bitterwasser

9 11 2013

Auf dem diesjährigen OLC-Symposium gab es bei der Juniorchallange nicht nur 1 glücklichen Gewinner des OLC-Discus sondern gleich 4 Preisträger. Die Juniorchallange ist für mich mittlerweile zum absolut liebsten dezentralen Wettbewerb geworden. Es ist klassenübergreifend und nicht wie die DMST fast nur mit angemeldeten Flügen zu gewinnen.  Die vergebenen Preise sind etwas ganz besonderes für Junioren und dafür lohnt es sich absolut sich das ganze Jahr über anzustrengen. Es macht auch riesigen Spaß sich hier dezentral gesammelt mit seinen befreundeten Segelfliegern von den jeweiligen Heimatplätzen zu messen.

Wilfried übergab Max Schäfer den Discus und die ersten 3 bekamen Geldpreise, die aber für einen ganz besonderen Fliegerurlaub genutzt werden sollen.

Es soll nach Bitterwasser gehen.

Für mich ergab dich der Zeitraum über Weihnachten und Silvester, in dem ich mit Wilfried in einer ASH 25 EB 28 zusammen fliegen werde. Ich freue mich ganz besonders auf das doppelsitzige Fliegen, da ich von Wilfried sicherlich noch eine Menge lernen kann.

Am 23.12. geht es los und ab dann werde ich versuchen hier wieder aktiv zu sein und euch mit Fotos zu versorgen 😉

 





Vinon!

17 10 2013

Nachdem ich mittlerweile in Bremen wohne und dort mein duales Studium bei der Lufthansa und der Hochschule angefangen habe, wollte ich nochmal ein bisschen was zu meinem wunderschönen Saisonende in Vinon schreiben.

Als Flugzeug hatte ich die wunderschöne ALB dabei, die Patrick mit netterweise anvertraut hat 🙂

Die Truppe war klasse und wir hatten wirklich ultra viel Spaß! Sei es in der Luft oder am Boden gewesen.

Obwohl das Wetter zuerst nicht so gut aussah konnten wir jeden Tag fliegen! Robert und ich haben lediglich einen Pausetag eingelegt um auch mal wieder in Pui vorbei zu schauen.

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Nachdem wir uns die ersten Tage bei tiefer Basis eher im Gebiet westlich der Durance aufhielten wurde das Wetter immer besser. Trotzdem waren diese Tage von den Steigwerten und dem Spaßfaktor echt super!

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Außerdem wurde mir an zwei Tagen die “SP” überlassen und ich flog mit Robert und Marcel.  Ein rießen Spaß mit relativ hohem Lernfaktor.

Der Flug mit Robert war ganz besonders. Überlabiles Wetter brachte schon früh viele Schauer in unseren Raum, und so flogen wir bis an Rhonetal sowie nach Aix um einen Blick auf die Küste zu werfen. Das Wetter war noch richtig gut und deshalb trauten wir uns nochmal nach Norden um die 500km voll zu machen. Die Anderen kamen uns entgegen und landeten nach einem kurzem Abstecher in den Süden. Wir durchquerten die Schauer am Lure nach Norden und bekamen bei La Motte wieder schönen Anschluss. Als wir kurz vor dem Pic de Bure wendeten stellte sich die ganze Situation schon etwas unentspannter dar. Sicherheittechnisch absolut problemlos mit einem frei anfliegbaren St.Auban, aber ob wir nach Hause kommen würden… Da waren wir uns nicht so sicher! Wir machten maximale Höhe und umflogen die Schauer des Lures und dann war klar: Wir kommen sicher nach Hause. Über uns waren 8/8 aufgrund der riesigen Ausbreitungen des Schauers. Ich flog direkt über der Durance, als es plötzlich drückte… Robert von hinten: “Geh rum. Geh rum!!” Also rum und wir hatte unglaubliche 4,0m/s integriert… In einer Situation, in der man niemals ein solches Steigen erwarten würde!

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Oben angekommen kondensierte es um uns herum aus und begann sofort zu regnen!Wir hatten nun knapp 2300m NN und flogen nochmals nach Süden, um die Schauer abzuwarten, was uns leider nicht so gut gelang.

Wir landeten als Letzte im Regen und waren völlig fassungslos, wie genial dieser Flug war!

Die nächsten Tage waren allesamt wieder schön, aber die überspringe ich jetzt mal 😉

Am vorletzten Tag flog ich Enrique EB28. Der Tag war gut angesagt und wir wollten soweit es geht nach Norden fliegen. Mit der Offenen ist das auch etwas entspannter und wir kamen gut durch und hatten nie Probleme. Der Sprung an die Nordseite des Modanetals war ebenso kinderleicht wie der Restliche Weg bis querab Aosta.

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Die gigantische Gleitzahl konnte super ausgespielt werden. Wir wendeten aber trotzdem und wollten nicht noch das Tal queren, da wir uns selbst nicht so gut auskannten. Der Rückweg war auch easy und wir hängten noch eine Runde Parcours hinten dran. Insgesammt ein unproblematischer Flug über 660km, der ultimativ viel Spaß gemacht hat. Das Flugzeug ist schon echt ein krankes Teil. Danke Enrique fürs mitnehmen 😉

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Am letzten Tag haben wir es leider verpennt Wasser zu tanken. Aber ich montierte die Amigo Ohren und wollte mit Robert einen Lustflug machen. Das Wetter war gigantisch gut! Wir zogen nur Hammerbärte und kamen rasend vorran, sogar ohne Wasser. Die Absinkende Basis hinter dem Col de Vars bewegte uns zum umkehren, da wir nur unseren Schnitt hoch halten wollten. Die Steigwerte ließen den gesamten Flug nicht nach und wir flogen nochmal in den Nord-Westen unter eine tolle Straße.

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Ab dort machte ich Endanflug um den Flieger zu polieren und einzupacken. Robert verlängerte noch auf 500km. Der Endanflug war super spaßig und wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

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Am Ende bleibt mir nur zu sagen:

Danke Patrick für die ALB

Serena fürs kochen 😉

Und alle anderen die dabei waren!

Zurück in Deutschland wars das dann mit fliegen…

Aber es gibt schon wieder neue Pläne! Dazu aber die nächsten Tage mehr 😉





Deutsche Meisterschaft in Lüsse

24 08 2013

Eigentlich beginnt die ganze Geschichte im Frühjahr, als ich von Vinon aus die Sposos in Pui besuchte. Dort kam die Idee von Julian Klemm und mir auf, es doch einmal zu versuchen zusammen die DM zu fliegen. Einziges Problem: Ich musste noch nachrücken.

Als ich dann Anfang Juli eine E-Mail bekam und die Bestätigung des Nachrückerplatzes hatte, war die Freude also umso größer.

Nach einigen Absprachen mit Julian, war das Ziel schnell gesetzt. Wir wollten die besten Junioren werden. Bei 10 Junioren von 42 Teilnehmern nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen.

Ich reiste Freitags an, um genug Zeit zu haben mich einzurichten und evtl. am Samstag fliegen zu können. Daraus wurde leider nichts, aber immerhin konnte ich die technische Kontrolle hinter mich und den Cirrus bringen und mich anmelden.

Die nächsten 2 Tage konnten Julian und ich unsere ersten Flüge zusammen machen und ein wenig die Umgebung erkunden. Wir kannten uns aber doch schon recht gut aus, da die DMJ letztes Jahr im gleichen Gebiet stattfand.

Am Abend des Pflichttrainings kam es dann noch zu einer Erweiterung unseres Teams. Arndt Hovestadt “Fisch” fragte, ob wir zusammen fliegen wollen, da ihm das Fliegen alleine keinen Spaß bringt. Wir hatten natürlich nichts dagegen und es ging auf zum ersten Wertungstag.

Der erste Wertungstag war geprägt von Schauern und sehr starkem Wind. Die Wettbewerbsleitung griff dementsprechend auf eine AAT über 2 Wendegebiete zurück. Die kurze Aufgabenzeit von 2:00 Stunden machte es nicht gerade einfach. Wir flogen ungefähr in der Mitte des Feldes ab und nach 2 unregelmäßigen Bärten waren wir schon getrennt. Fisch war unten raus gefallen und machte erstmal sein eigenes Ding. Dann versperrte ein Schauer unseren Weg, weshalb wir einen Südschlenker flogen und hinter dem Schauer richtig runtergewaschen wurden. Bei 35-40 km/h Gegenwind geht das doch schneller als man glaubt. Endlich im Wendegebiet angekommen hatten wir  nur noch 55 Minuten Zeit und drehten früh um. Den zweiten Sektor schnitten wir nur an und im Endanflug trafen wir wieder auf Fisch, der uns eingeholt hatte. Wir beendeten den Tag im Mittelfeld und ich hatte Platz 16 inne.

1 Tag

Hier sieht man die Flugspuren vom Tagessieger und mir. Der Knackpunkt war auf jeden Fall, dass er den Schauer nördlich umflog und somit besseren Anschluss bekam. Zufrieden waren wir aber trotzdem und freuten uns schon auf den nächsten Tag!

Hier das Video zum 1 Tag: http://www.youtube.com/watch?v=pIKRmp3VdTY

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter nur  wenig verbessert und es gab immer noch viele Schauer und der starke Wind machte uns das Leben wieder schwer. Wir flogen eine Racing Task über 308 km nach Süden und Osten.

Der Flug lief im Großen und Ganzen richtig gut und wir kamen relativ gut voran. Einige Schauer und thermisch tote Gebiete dahinter machten den Flug sehr spannend. Der letzte Schenkel gegen 35 km/h Wind war extrem anspruchsvoll und wir mussten unter den 1000 m Luftraumdeckel von Berlin tauchen um weiter zu kommen. Es lief alles gut und wir kurbelten mit 3,5m/s Endanflug auf +400 m bei Mc 1,0. Dann flogen wir los und waren im Kopf schon Zuhause. Wir trafen eine unglaublich schlechte Linie und innerhalb von kürzester Zeit war unsere Sicherheit dahin und es ging noch weiter bergab! Bei Km 16 fanden wir uns völlig fassungslos auf dem Acker wieder. Im Debriefing wussten wir immer noch nicht, was los war. Das war unser schwarzer Tag der DM und für die Wertung im Endeffekt tragisch.

2 Tag

Hier sieht man, dass wir den südlicheren Weg im Endanflug wählten, was uns erlaubte höher zu steigen und für uns mehr Sicherheit bedeutete. Der Plan ging leider gar nicht auf, und wir lagen mit Tagesplatz 25 noch einigermaßen gut, verloren allerdings sehr wichtige 300 Punkte.

Das Video vom 2. Tag: http://www.youtube.com/watch?v=QOmpkSh-3WU

Der dritte Tag begrüßte uns mit viel besserem Wetter. Wir waren richtig heiß darauf aufzuholen und hatten den Plan relativ spät abzufliegen. Keine Schauer mehr und etwas schwächerer Wind machten die 301 km Task zu einer herrlichen Aufgabe. Wir flogen mit als letzte ab und hatten bis zur ersten Wende den Pulk eingeholt. Die sehr gute Thermik ließ uns sehr gut voran kommen, wir machten richtig Speed. Ich war ca. 5 km vor Fisch und Julian und konnte ihnen immer die Bärte ansagen. Das klappte gut und ich flog mit Lars und Gerrit immer vor, da die Cirren bei den Geschwindigkeiten doch ein wenig besser gingen. Mit einem 97 km/h Schnitt und Tagesplatz 4, 5 und 6 waren wir sehr zufrieden. Die Aufholjagd hatte begonnen.

3 Tag

Bei dem Tagessieger zahlte sich sein noch etwas späterer Abflufg aus. Ansonsten waren wir voll zufrieden

Das Video vom 3. Tag möchte ich besonders empfehlen, da ich die Cam mit im Flieger hatte:

http://www.youtube.com/watch?v=QJb01EAHYDU

Der vierte Tag war geprägt von Blauthermik mit gutem Steigen. Wir bekamen eine 216 km Racing Task und entschieden uns im Team für einen zurückhaltenden Flugstil. Wir flogen nach einigen Pulks ab und holten diese schnell ein. Dannach pulkten wir mehr oder weniger mit um die Aufgabe. Der einzige Fehler unterlief uns im Endanflug, als wir vorne raus flogen und den letzten wichtigen Bart nicht trafen. Mit ein wenig Gebastel reichte es jedoch gut nach Hause und wir belegten die Plätze 6, 7 und 16, wobei die Puntabstände sehr gering waren.

4 Tag

Die Tagessieger flogen noch ein bisschen nach uns ab und flogen dann ebenfalls im Pulk und erwischten den Endanflug gut. Prinzipiell ging unser Plan aber gut auf und wir kamen in der Gesamtwerung wieder weiter nach vorne.

Hier noch das Video vom 4. Tag:

http://www.youtube.com/watch?v=Gz4DpwO2nuI

Nach vier Tagen in Folge wurde das Wetter erstmal schlecht und wir flogen 3 Tage lang nicht. Die Gesamtwertung war mit Platz 10, 14 und 15 auch wieder ganz in Ordnung und entsprach unseren Erwartungen. Es kündigten sich noch 3 gut fliegbare Tage an, und wir wollten noch aufholen. Wir waren total motiviert und alle bester Laune.

Das Video der neutralisierten Tage:

http://www.youtube.com/watch?v=pRgUcmoHIEI

Als dann endlich der 5. WT kam, war das Wetter doch nicht so gut und wir hatten mit einer riesigen Abschirmung zu kämpfen. Im Prinzip gibt es nicht viel zu erzählen, da alle Teilnehmer außenlandeten und die Punktabstände marginal waren. Mit Platz 2, 7 und 9. waren wir aber trotzdem vorne mit dabei.

5 Tag

Wir gingen kurz vor der Wende auf den Acker und der Tagessieger war ein wenig höher, so dass er wenden konnte, und uns dann auf  dem Acker Gesellschaft leistete.

Das Video vom 5. Tag:

http://www.youtube.com/watch?v=QjHBVxmzvVk

Nachdem die Wettbewerbsleitung das gesammte Feld auf den Acker geschickt hatte, und sich das Wetter durch Ausbreitungen weiterhin schwierig gestaltete, bekamen wir eine AAT mit 3:00 h Aufgabenzeit.

Wir pokerten sehr lange mit dem Abflug und erwischten diesen einfach perfekt. Mit sehr gutem Steigen und vielen Flugzeugen vor uns kamen wir bestens voran, und flogen den ersten Sektor in einem Bogen komplett aus. Dieser Bogen war keine gute Idee, da er in der Optimierung weniger Strecke brachte, als wir geflogen sind. Wir kamen immer noch gut voran und flogen Richtung Elbe zum zweiten Sektor. Dort angekommen zogen wir über der Industrie von Wittenberg einen guten Bart und flogen direkt zum letzten Sektor ab. Darin angekommen, stiegen wir auf eine sichere Endanflughöhe und steuerten unsere Ankunftszeit auf 3:01 Stunden. Nach der Landung erwarteten wir ein eher mageres Ergebniss, weshalb wir umso überraschter waren, uns auf den Tagesplätzen 4, 5 und 8 wiederzufinden.

6 Tag

Der Tagessieger sparte sich den ersten Bogen und überquerte die Elbe um dort Strecke zu machen. Allerdings kam er 3 Mintuen vor Ablauf der Zeit an, was ihn noch etwas Geschwindigkeit kostete.

Das Video vom 6. Tag:

http://www.youtube.com/watch?v=UfG_paXun3U

Die Gesamtwertung war nun sehr spannend: Julian belegte Platz 5, Fisch Platz 6 und ich Platz 10. Also war das Ziel ganz klar. Julian sollte auf Platz 4 und somit in die Nationalmannschaft, damit er EM fliegen könnte.

Da war er also schon. Der letzte Wertungstag dieser DM, und wir waren in einer angespannten Situation. 101 Punkte aufzuholen, würde sehr schwer werden. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und wir flogen eine 279 km Racing Task. Vor dem Abflug waren wir zum Glück relativ alleine und konnten uns so gemütlich vom Acker machen. Der erste Schenkel lief sehr schön, auch wenn wir zeitweise etwas zu inkonsequent waren. Die Anspannung war bei allen im Team zu merken.  Wir mussten uns auf das gesteckte Ziel gut konzentrieren. Immer wieder begegneten wir unseren direkten Konkurrenten. Wir gingen ein bisschen höherers Risiko und kamen gut voran. Bei Km 56 begannen wir mit dem Endanflug und ließen es richtig krachen. Der Schnitt wanderte bis auf 102 km/h und wir waren nach der Landung sehr zufrieden. Der Blick in die Wertung ergab Tagesplatz 8, 8 und 14. Der große Sprung blieb uns also verwehrt. Lediglich ich konnte mich noch 1 Platz auf Rang 9 verbessern.

7 Tag

Der Tagessieger flog einfach etwas weniger Umwege und traf ein wenig bessere Linien. Zufrieden waren wir aber trotzdem.

Ein letztes Video noch:

http://www.youtube.com/watch?v=C1hmhaOvC_c

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, und wir hatten viel Spaß auf der ganzen Meisterschaft. Der Teamflug hat klasse funktioniert und brachte super viel Spaß. Danke Julian und Fisch! Außerdem habe ich mich somit für den C-Kader qualifiziert (wenn wir die Regel richtig verstanden haben), was mich natürlich auch freut!

Vielen Dank auch an meine und Julians Eltern, die als Mannschaft dabei waren und mir sehr viel geholen haben. Sich als Helfer Urlaub zu nehmen ist nicht selbstverständlich, aber mich hat es sehr gefreut!